Montag, 21. August 2017

Von Punkten und Zufällen: Atelier Gitte Klausen



Zwei Wochen sind wieder zuhause nach dem Dänemark-Urlaub. So vieles Neues ist schon wieder passiert, so vieles, was ich bald auch hier zeigen werde. Aber zunächst muss ich euch noch mitnehmen in das Atelier von Gitte Klausen. Wir hatten für zwei Tage ein Apartment in Djursland gebucht, konnten aber anhand der Beschreibung nicht ahnen, was sich unter der Wohnung im alten Stall des Gutshauses befand.



Das großzüge Atelier der Vermieterin und Künstlerin Gitte Klausen! Alles was ich zunächst sah, waren große Arbeitstische und Punkte, Muster, Textilien in Blau und Grau, ganz auf meiner Wellenlänge, ganz meins...  

Gitte gibt in diesen wunderschönen Räumen Kunstkurse und arbeitet an ihren eigenen Gemälden und textilen Werken, die Apartments darüber stehen dann für die Kursteilnehmerinnen bereit. Derzeit arbeitet sie ganz viel mit Punktemustern in einer besonderen Schablonentechnik.







Mit Textilfarbe in Sprühflaschen und gefundenen und selbst hergestellten Punkteschablonen zaubert sie zarte Farbspuren auf Geschirrtücher, Kissen und Stoffe. Das Schöne an dieser Technik ist der leichte Farbauftrag, die Stoffe bleiben weich. Die Farbe klebt die Textilien nicht zu und trotzdem ist es ganz einfach. Ein Video dazu findet ihr hier.

Ich hätte stundenlang schauen können und mich in Details verlieren, am liebsten gleich mitmachen, nein, dauerhaft einziehen, bestimmt irgendwann wiederkommen!

Alte Bücher dienen Gitte als Gewichte zum Beschweren und bekommen zarten Sprühnebel ab, der sie veredelt.
Die kleinen textilen Kunstwerke und auch die Farben verkauft sie an ihre Gäste und auch im Onlineshop. Während alles andere in Dänemark unglaublich teuer war, fand ich die Preise hier völlig ok.

Ein Geschirrtuch und einige Sprühfarben musste ich natürlich mit nach Hause nehmen. Getestet habe ich sie noch nicht, denn ich habe leider keinen alten Stall, in dem ich hemmungslos sprühen kann. Das werde ich demnächst mal draußen machen. Die Punktemuster haben mich in den Tagen nach unserem Aufenthalt in Djursland am Strand zu neuen Mustern im Skizzenbuch inspiriert.

Das war nach der Buchbindebindeausstellung, von der ich letzte Woche erzählt habe, mein zweiter unverhoffte Entdeckung, die so perfekt zu mir passt. Zufall?

Mittwoch, 16. August 2017

Sommer-Sonnenpost (Muster-Mittwoch 239)






Gestern ist meine Sommer-Sonnenpost auf die Reise gegangen. Ich hoffe heute haben einige von euch einen sonnigen Umschlag in der Post. Den Inhalt will ich heute noch nicht zeigen, die Überraschung werde ich nicht verderben. Aber die Verpackung und meine Fehlversuche sind meine Sonnenmuster für diese Woche.


Mein Sonnendruck-Motiv sollte ein Sonnenmuster sein, das war mir lange klar. Ich wollte mit den chemischen Möglichkeiten, die ich nie zuvor getestet hatte, ein Motiv umsetzen, dass als Stempel oder Schablone nicht umsetzbar ist: Feine, locker gezeichnete Tuschelinien. Verschiedene Sonnenstrahlenzeichnungen habe ich gescannt, zu einem Muster kombiniert und auf Overheadfolie ausgedruckt. Das Inkodye-Fläschen lockte mich, es klang alles so einfach in der Anleitung. So als könne man es mal eben zwischendurch machen, auch am späten Nachmittag? Also versuchte ich es. Den Stoff gut mit der Flüssigkeit eingepinselt – der durchdringende Geruch errinnerte mich an die schrecklichen Dauerwellen-Versuche meiner Jugend – auf einer alten Bilderrahmen-Rückwand mit Kreppklebeband fixiert, die Folie und eine Glasplatte darüber und ab nach draußen.



Ja, es war schon am späten Nachmittag, da ist unser Garten ziemlich schattig, also lieber auf die Bank vorm Haus in die Sonne und gewartet... tut sich was? Vorsichtig eine Ecke gehoben, nach recht langer Zeit, ich weiß gar nicht mehr wie lange, auf jeden Fall viel länger als die empfohlenen 5-8 Minuten, verfärbte sich der Stoff langsam, aber recht unregelmäßig.



Danach habe ich wie angegeben die Belichtung durch gutes Auswaschen unterbrochen und so langsam, ganz langsam wurde es blau.



Das Ergebnis entsprach überhaupt nicht meinen Vorstellungen, viel zu unruhig, viel zu viele helle Stellen, die vom Untergrund durchgedrückt scheinen. Bei einem Musterstück, das ich gar nicht fotografiert habe, verschwand das ohnehin sehr zarte Motiv nach einiger Zeit wieder völlig. Dieses Stückchen hier habe ich danach noch in der Maschine gewaschen, dann hat es sich nicht mehr verändert, aber es ist nun wirklich nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Zum Glück hatte ich diese Versuche schon vor dem Urlaub gemacht und mich mit etwas mehr Vorbereitung, aber auch mit viel mehr Erfolg an die Cyanotypie-Technik gewagt.



Die fertigen Stoffe, die ich nächste Woche zeigen werde, brauchten dann noch eine richtige Verpackung. So habe ich schöne Briefumschläge, die auf der Rückseite noch mit einer längst veraltete Adresse bedruckt waren (noch von unseren Hochzeitseinladungen?) bestempelt mit einem schnellen Sonnenstrahlen-Stempel aus Moosgummistreifen.





Passende Kärtchen, eingepackt und persönliche Worte dazu, dabei Tabeas Schönschreibaufruf sehr ernst genommen!



Was in den Umschlägen drin ist, zeige ich dann nächste Woche, oder vielleicht zeigt es die eine oder andere schon vorher in der immer weiter wachsenden Sommerpostliste. Meine Cyanotypie-Erfahrungen werde ich auf jeden Fall noch ausführlich beschreiben, denn von dieser Technik bin ich restlos begeistert! Das ist doch das Schöne an unseren Aktionen, dass wir uns alle immer wieder neuen Herausforderungen und dem Experiment stellen.

Wenn ihr heute oder an den kommenden beiden August-Mittwochen noch Sonnemuster zu zeigen habt, bitte her damit. Ich freue mich an der vielen schönen Sonnenpost und wünsche allen, die ihren Sonnendruck noch vor sich haben, schönes strahlendes Wetter (allen anderen auch)

Montag, 14. August 2017

Holder du af smukke bøger?

königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

Oh ja, ich mag schöne Bücher, auch wenn ich sie auf dänisch nicht lesen kann.
Und ich mag Überraschungen auf Reisen. Ist es nicht großartig, wenn man in einer fremden Stadt in einem fremden Land plötzlich und ungeplant in einer kleinen feinen Ausstellung über Buchbinden landet? Also ich, die ich gerade so tief im Thema Buchbinden drinstecke...

königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

Die königliche Bibliothek in Kopenhagen wegen Ihrer schwarzen Fassade und der außergewöhnlichen Form "Schwarzer Diamant" genannt, war eigentlich nur ein Zwischstopp auf dem Weg am Wasser entlang. Ideal für die Mittagspause, ein großzügiges Foyer mit Café und eine sonnige Terrasse mit Liegestühlen (auch ohne Verzehr für jedermann zugänglich). Es blieb nicht nur bei der Mittagspause, den ganzen Tag hätten wir uns hier aufhalten können, die großartige Architektur zwischen alt und neu, innen und außen bewundern, lesen, zeichnen, arbeiten, gucken.

königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

Direkt im ersten Stock stolperte ich über die Austellung der besten dänischen Buchbinder des Jahres. Eine feine Auswahl an guten Büchern zum Anfassen und eine gut gemachte Darstellung des Büchermachens und Bücherliebens.

königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art


königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

Materialien und Techniken, zum Anfassen und Staunen, vom Sonnenlicht verzaubert.

königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art



königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

Dabei auch ein paar ganz ganz kleine Schätze, die doch bestens zu unseren Minibüchern im Frühling passen und in Susannes Papierliebe in diesem Sommer. Also beteilige ich mich heute an der Papierliebe am Montag mit einem klitzelkleinen dänischen Mitbringsel, das aber leider angebunden war und nicht in den Koffer wandern durfte.

königliche Bibliothek Kopenhagen

Aber es gab einen kostenlosen Katalog und genug schwarz-weißes Schnipselmaterial für mein Reisebuch. Daraus zeige ich in der nächsten Zeit noch mehr. Noch mehr unverhoffte Entdeckungen von unterwegs.

Reisebuch königliche Bibliothek Kopenhagen ©Müllerin Art

Mittwoch, 9. August 2017

Dänische Sonne (Muster-Mittwoch 238)


Nach Dänemark fährt man nicht unbedingt der Sonne wegen. Schon eher wegen des Himmels!
Ich hatte in diesen Sonnenmuster-Wochen während unseres Dänemark-Urlaubs natürlich immer offene Augen für die Sonne und für Muster, wie sollte es anders sein?


So fing die Reise schon mit einem tollen Musterfundstück auf der Fähre an: der Gummifußboden aus einem komplizierten geometrischen Muster, eindeutig Sonnen, oder?




In Kopenhagen habe ich Kristina getroffen und einen richtig schönen Regentag mit ihr verbracht. Natürlich hat sie wie alle Kopenhagener schon eine richtige schicke Regenjacke, die uns noch fehlt. Aber der Regen machte uns gar nichts aus, wir hatten uns genug zu erzählen und unsere Sonnenstoffe auszupacken (die ich aber heute noch nicht  zeige)


Kopenhagen zeigte sich dann aber doch noch von der sonnigen Seite und wir konnten diese tolle Stadt in fünf Tagen richtig gut kennenlernen und genießen.


Wir reisten weiter nach Djursland, wo uns meine Freundin Hanne, die mittlerweile wieder in ihrer Heimat lebt, den schönsten Berg für den Sonnenuntergang zeigte,



wir am nächsten Tag durch den Regenbogen in Aarhus gelaufen sind und dabei ganz seltsame Empfindungen hatten – bunt war innendrin plötzlich seltsam farblos, die Sinne völlig verwirrt –


um am Abend Manos Tipp zu folgen und den malerischen Sonnenuntergang am Leuchtturm Slettehage Fyr zu erleben.


Sonnenmuster sind ja auch immer Wolkenmuster und diese baten überall in Dänemark, auch an der Nordseeküste eindrucksvolle Bilder.

Besonders schön, weil wir anders als zunächst geplant, doch beide Kinder dabei hatten.

Erst an der Nord-Nordseeküste, wo wir eine Woche in einem ruhigen Ferienhaus in den Dünen verbrachten, habe ich mein Langzeit-Hexi-Projekt ausgepackt und daran weitergestichelt,






mittlerweile bedeckt die kleine Decke schon meine Beine und macht sich gut im Abendlicht nach dem Regen:



Das Reisebuch wurde natürlich auch fleissig gefüllt und an einem warmen Strandtag entstanden diese Sonnenmuster,


auch abgestimmt auf das Hexagon-Format:


Keine einzige Postkarte habe ich in diesem Urlaub geschrieben, nur einen Postkarten-Entwurf digital verschickt. Dazu demnächst mehr, und auch noch zu anderen schönen Erlebnissen auf unserer Reise.


Bilder wollen erstmal gesichtet werden und der Alltag wieder gestartet werden.
Wenn man also nicht der Sonne wegen nach Dänemark fährt, es gibt genug andere Gründe, die Mano letzte Woche so wunderbar beschrieben hat. Ihren Dänemark-Post habe ich im Ferienhausbett liegend gelesen und konnte alles unterschreiben, obwohl dies erst mein dritter Dänemark-Urlaub war, bestimmt nicht der letzte! Und ihr? Schon aus dem Urlaub zurück? Habt ihr Sonne oder Muster gefunden? Ich sammle noch den ganzen August.

Mittwoch, 2. August 2017

Sonnenhexi-Muster (Muster-Mittwoch 237)

sonnenheximuster ©Müllerin Art Digital habe ich ihn schon zusammengenäht, den Sonnenhexi-Quilt als Urlaubsvertretung.
Oder doch lieber sonnige Sonnen?

sonnenheximuster ©Müllerin Art

Habt ihr Sonnenmuster für mich? Her damit in die Liste! Sonnige Tage wünsche ich.

Sonntag, 30. Juli 2017

Kölner Fenster im Juli (12tel Blick)

Kölner Lichter 2017 Kölner Fenster ©Müllerin Art
15. Juli 2017 · 23:50 Uhr
Kölner Lichter 2017. Feuerwerkfotos hatte ich mir für den Juli vorgenommen und es dann am Abend des 15. Juli doch fast vergessen. Wie gut, dass meine Tochter so fotoverrückt ist. So stapften wir gegen 23:30 Uhr mit zwei Kameras, Stativ und Handytaschenlampe auf die Wiese am Kölner Fenster. Mein Standpunkt, von dem ich normalerweise fotografiere, war besetzt. Ich wollte mich nicht direkt vor die Leute auf der Bank aufbauen und ihnen die Sicht rauben. So enstanden diese Bilder einige Meter weiter unten, passen also nicht ganz deckungsgleich auf die anderen der Serie. Aber was macht das schon? Ist sowieso fast alles schwarz.

Kölner Lichter 2017 Kölner Fenster ©Müllerin Art
Gar nicht so einfach, Feuerwek zu fotografieren. Meine Kamera hat sogar eine Feuerwerks-Einstellung, aber ich habe irgendwann einfach nur verschiedenste Einstellungen ausprobiert und draufgehalten. Etwas näher dran, wäre schon gut gewesen. Das Mitsingkonzert wurde von den Leuten auf der Bank live übertragen und so schwappte einiges von der Stimmung am Rhein zu uns hoch. 

 Kölner Fenster 2017  ©Müllerin Art
Das waren meine Blicke im September, Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März, April, Mai und Juni. Meine Serie ist nun fast vollendet. Nur der August fehlt noch und liefert mir hoffentlich noch ein schönes sattes Sommerbild. Und dann mache ich mich mal auf die Suche nach einem neuen Motiv. Alle Blicke sammelt wie immer Tabea.

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